Anne-Kristin Mai - Saengerin, Chorleiterin und Autorin

Ohan-Dourian-Archiv-Leipzig:

Ohan-Dourian-Archiv-Leipzig

MAESTRO  OHAN  DOURIAN  (Ogan Durjan)  VERSTORBEN

8. September 1922 Jerusalem - 6. Januar 2011 Jerewan


Maestro Ogan Durjan (Ohan Dourian) ist am frühen Morgen des Armenischen Weihnachtsfestes, dem 6. Januar 2011, nach langer schwerer Krankheit in Jerewan verstorben.

Nach der Seelenmesse in der Johanneskirche Jerewan wurde er im Foyer des Großen Opern-und Ballett-Theaters im offenen Sarg zur Abschiednahme aufgebahrt. Er erhielt ein Ehrenbegräbnis im Pantheon Jerewan.
Weihnachtsgruß 2008 an das Leipziger Publikum Gästebucheintrag aus dem Jahre 1962 Partitur Klavierkonzert mit Widmung vom 15.01.2010
Bild links: Weihnachtsgruß 2008 an das Leipziger Publikum
Bild mittig: Gästebucheintrag aus dem Jahre 1962
Bild rechts: Partitur des Klavierkonzertes mit Widmung vom 15.01.2010

Leipzig 1968 1967 Oper Leipzig, Foto Wallmüller
Bild links: Leipzig 1968
Bild rechts: 1967 Oper Leipzig, Foto Wallmüller

Ogan Durjan 1966 mit dem Gewandhausorchester Leipzig in der Kongreßhalle
Bild: Ogan Durjan 1966 mit dem Gewandhausorchester Leipzig in der Kongreßhalle

Ogan Durjan 1991 auf einem Foto von Herman Avakian, Erevan, herman.photoshelter.com
Bild: Ogan Durjan 1991 (von Herman Avakian, Erevan, herman.photoshelter.com)




Video vom Sechswochenamt:



Weitere Videos von der Beisetzung:


Ohan Duryan (Ogan Durjan' Narc) Film: "Leipziger Erinnerungen an den armenischen Dirigenten"

Postkarte

Armenischer Studentenkreis Leipzig
Ohan Dourian Archiv Leipzig


HERZLICHE EINLADUNG


für

Sonnabend, den 25. April 2009, 16 Uhr , in das
EVANGELISCHE STUDIENHAUS LEIPZIG,
Sommerfelder Straße 20


ARMENIEN und die ARMENIER

Streiflichter aus der Kultur und Musik eines im Christentum verwurzelten Volkes, anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern


Es erklingen Werke von Komitas Vardapet und die
Suite "KOMITASIANA" von OHAN DOURIAN

Beiträge von Ischchan Tschiftdschjan, Arsen Zohrabyan
und Anne-Kristin Mai

Anschließendes Kennenlernen bei SURDSCH und GHATTA

Durjan Archiv Leipzig


Samstag, den 18. Oktober 2008, 16 Uhr,
04299 Leipzig, Dorstigstr.5, Tel. 8772034

"ANTON BRUCKNER & OGAN DURJAN. KOMM!"


Vortrag mit Konzertvideos (Anne-Kristin Mai)
Ogan Durjan dirigiert Bruckner Ogan Durjan dirigiert Bruckner
Ogan Durjan dirigiert Bruckner
Anton Bruckners Geburtszimmer in Ansfelden/Österreich
Anton Bruckners Geburtszimmer in Ansfelden/Österreich

Das Ohan-Dourian-Archiv-Leipzig lud ein zur Filmvorführung "OGAN DURJAN' NARC - Maestro der tiefen Emotionen".


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Zum Programm der HOMMAGE anlässlich des 85. Geburtstages von Maestro Ogan Durjan' Narc...


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Der 85. Geburtstag von Maestro Ogan Durjan' Narc in der Leipziger Presse im September 2007


Quelle: Leipziger Ortsblatt für Gohlis und Möckern


Der „Magier ohne Taktstock“ wohnte in Gohlis

Der Armenier Ogan Durjan wird fünfundachtzig

Er war vierzig, als er im Rahmen eines Künstleraustausches 1962 erstmals nach Leipzig kam: Ogan Durjan, Chefdirigent der Armenischen Philharmonie Jerewan. Nach dem plötzlichen Tod von Franz Konwitschny wurden Ersatzdirigenten gesucht, die sich binnen weniger Wochen auf das Programm der neuen Saison einlassen wollten – und konnten! Am 28. November, genau vier Monate nach Konwitschnys Tod, dirigierte der den Leipzigern völlig unbekannte Armenier Ogan Durjan zwei Anrechtskonzerte des Gewandhausorchesters in der Kongresshalle am Zoo. Auf dem Programm standen Bordodins zweite und Schostakowitschs zwölfte Sinfonie. Beides Leipziger Uraufführungen. Außerdem ein Klavierkonzert von Ravel mit Hélène Boschi. Der Saal war halb verwaist. Niemand hatte sich schließlich vorstellen können, dass dieser Unbekannte ohne Partitur und Taktstock voller Leidenschaft und wie ein Besessener dirigieren würde! Die Nachricht über den ungewöhnlichen Auftritt verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Am folgenden Abend war die Kongresshalle dann bis auf den letzten Platz besetzt. Und schon damals stand für das Orchester fest: Dieser kleine Mann aus Armenien gehört, in großen Lettern geschrieben, auf die Kandidatenliste für den neuen Gewandhauskapellmeister!
1963 kam Durjan erneut nach Leipzig, Und wieder wohnte er auf der Gohliser Straße. Zum Saison-Auftakt dirigierte er Bruckners siebente Sinfonie. Die Begeisterung war grenzenlos. Karl Zumpe, der Direktor des Hauses, ließ dem Dirigenten die folgende Nachricht zukommen: „Der Erwählte vom Orchester und vom Publikum sind Sie!“
Man wollte ihn haben. Eine Anfrage wurde nach Berlin und von Berlin vielleicht nach Moskau weitergeleitet. Eine Zusage traf nicht ein. Im September 1964 wurde Vaclav Neumann neuer Gewandhauskapellmeister. Durjan aber kam weiter nach Leipzig. In jeder neuen Saison war er hier. Und immer wohnte er in der Gohliser Straße Nummer 16.
Das Leipziger Konzertpublikum lag ihm zu Füßen, und bei jeder Aufführung wurde er mit Bravo-Rufen und stürmischem Applaus gefeiert. „Durjan hat alles, um einer der größten Dirigenten unsere Zeit genannt zu werden“, schwärmte die Leipziger „Union“, eine von mehreren Tageszeitungen, die es seinerzeit gab! Wer jemals in einem von Durjans Konzerten in der Kongresshalle saß, der hat den „Magier ohne Taktstock“ und hat seine „sprechenden Hände“ noch vor Augen.
Als Vaclav Neumann aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen Leipzig 1968 verließ, um nach Prag zu reisen, hofften viele, Durjan würde nun seinen Platz einnehmen. Aber in Berlin hatte man schon einen DDR-Künstler vorgesehen: Kurt Masur. 1969 dirigierte Durjan seine letzten Konzerte in der Kongresshalle am Zoo. 19 waren es seit seiner Ankunft im Herbst 1962 geworden…
Am 8. September wird der 1922 in Jerusalem geborene Ogan Durjan 85 Jahre alt. Auf Initiative von Anne-Kristin Mai, der Gründerin und langjährigen Leiterin des Opernhaus-Kinderchores, die den Dirigenten als junge Sängerin an der Oper kennen gelernt hat, findet am 15. September eine Hommage in der Alten Handelsbörse statt. Die von ihr herausgegebene Festschrift ist längst gedruckt.
„Ich möchte allen, die damals Ogan Durjan erlebt haben und von ihm begeistert waren, eine Freude machen. Nicht mehr und nicht weniger“, sagt die engagierte Herausgeberin. Und sollte der Jubilar die Mühen der Reise auf sich nehmen, in die Gohliser Straße, wo er gewohnt hat, käme er allemal…

WOK

Empfehlung: Ogan Durjan´Narc – Dirigent und Komponist. Im Eigenverlag hrsg. v. Anne-Kristin Mai.

Quelle: Leipziger Ortsblatt für Stötteritz, Probstheida, Reudnitz


Von Stötteritz nach Jerewan

Anne-Kristin Mai erinnert an den Armenier Ogan Durjan

Ohne sie hätte es den Kinderchor der Leipziger Oper, der 1982 noch als städtischer Kinderchor seinen ersten Opernauftritt hatte, nicht gegeben. Und Christian Felix Weiße, der Begründer der deutschen Kinderliteratur und bedeutende Literat der Aufklärung, wäre in neuerer Zeit vermutlich niemals einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht worden, hätte Anne-Kristin Mai nicht so hartnäckig nach engagierten jungen Leuten gesucht und die „Weiße´sche Truppe“ gegründet. Pünktlich zum 200. Todestag im Dezember 2004 erschien dann ihre Weiße-Biografie. Es scheint, als habe es sich die agile Stötteritzerin zur Aufgabe gemacht, für Leipzig wichtige, aber in Vergessenheit geratene Persönlichkeiten wieder ans Licht zu ziehen. Kürzlich erschien, von ihr initiiert und herausgegeben, eine Festschrift zum 85. Geburtstag des armenischen Dirigenten Ogan Durjan. Viele Briefe gingen im Vorfeld von Stötteritz nach Jerewan und von Jerewan zurück. Dabei wurde so manche weit zurückliegende Erinnerung geweckt.
Organ Durjan war vierzig, als er im Rahmen eines Künstleraustausches erstmals nach Leipzig kam. Das war 1962, und nach dem Tod von Franz Konwitschny wurden dringend Ersatzdirigenten gesucht, die sich binnen weniger Wochen auf das Programm der neuen Saison einlassen wollten – und konnten! Am 28. November, vier Monate nach Konwitschnys Tod, dirigierte der den Leipzigern völlig unbekannte Armenier zwei Anrechtskonzerte des Gewandhausorchesters in der Kongresshalle am Zoo. Am ersten Abend war der Saal halb verwaist. Niemand hatte sich schließlich vorstellen können, dass dieser Unbekannte ohne Partitur und Taktstock voller Leidenschaft und wie ein Besessener dirigieren würde! Die Nachricht über diesen ungewöhnlichen Auftritt verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Am nächsten Abend war die Kongresshalle bis auf den letzten Platz besetzt. Und schon damals stand für das Orchester fest: Dieser kleine Mann aus Armenien sollte neuer Gewandhauskapellmeister werden!
1963 kam Durjan erneut nach Leipzig. Zum Saison-Auftakt dirigierte er Bruckners siebente Sinfonie. Die Begeisterung war grenzenlos. Karl Zumpe, der Direktor des Hauses, ließ dem Dirigenten die folgende Nachricht zukommen: „Der Erwählte vom Orchester und vom Publikum sind Sie!“
Man wollte ihn haben! Aber irgendwelche Behörden in Berlin und Moskau spielten nicht mit. Im September 1964 wurde Vaclav Neumann neuer Gewandhauskapellmeister. Durjan aber kam weiter nach Leipzig. Und das Leipziger Konzertpublikum lag ihm zu Füßen. Er war ein Mann der tiefen Emotionen. Einen „Magier des Takstocks“ nannte man ihn.
Als Vaclav Neumann aus Protest gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen Leipzig 1968 verließ, hofften viele, Durjan würde nun seinen Platz einnehmen können. Aber in Berlin hatte man schon einen anderen ausersehen: Kurt Masur. 1969 dirigierte Durjan seine letzten Konzerte in der Kongresshalle am Zoo. 19 waren es seit seiner Ankunft im Herbst 1962 geworden…
Am 8. September wurde der 1922 in Jerusalem geborene Ogan Durjan 85 Jahre alt. Auf Initiative von Anne-Kristin Mai, die unter Durjan ihr erstes Operndebüt hatte, fand am 15. September eine Hommage in der Alten Handelsbörse statt. Ogan Durjan konnte die Reise nach Leipzig altershalber nicht antreten. Aber er hatte seinen besten Freund und Verehrer Dr. Vahan Vardaptyan geschickt, der zugleich auch sein Arzt ist. Und natürlich ist Dr. Vardaptyan mit seinem Sohn auch nach Stötteritz gekommen, wo eine Anne-Kristin Mai lebt und eine Straße nach Vaclav Neumann benannt worden ist, den Durjan gut gekannt hatte und dessen Amt ihm beinahe übertragen worden wäre…

Wolfgang Knape

Empfehlung: Ogan Durjan´Narc – Dirigent und Komponist. Im Eigenverlag hrsg. v. Anne-Kristin Mai. 0341-8772034

Quelle: Leipziger Volkszeitung


Ogan Durjan' Narc 85
g-moll-Gruß per Telefon

"Beinahe" ist wohl das passendste Wort, um die Beziehungsgeschichte zwischen Leipzig und dem Dirigenten Ogan Durjan' Narc zu charakterisieren. Der international bekannte Armenier dirigierte von 1962 bis 1969 hier, am Gewandhaus und Oper. Zweimal wäre er in dieser Zeit beinahe Gewandhauskapellmeister geworden. Als daraus nichts wurde, verließ Durjan Leipzig.
 Die Erinnerung an den impulsiven Armenier aber blieb, und so sollte am Samstagnachmittag in der alten Handelsbörse sein 85. Geburtstag gefeiert werden. "Der Maestro selbst ist anwesend", hieß es im Vorbericht, und beinahe, beinahe wäre er tatsächlich gekommen. Hätte ihm sein Arzt nicht kurzfristig von der strapaziösen Reise vom Balkan nach Leipzig abgeraten. Stattdessen war er - der Arzt - eingeflogen worden und überbrachte in Begleitung seines Sohnes Vladimir Grüße und warme Worte des berühmten Patienten.
 Eine Geburtstagsfeier ohne Geburtstagskind - die Enttäuschung stand einigen der knapp 100 Besucher deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber Organisatorin Anne-Kristin Mai gab sich alle Mühe, das Fehlen des Dirigenten durch ein multimediales Programm vergessen zu machen. Fotografien Durjans auf der Bühne, auf der Leinwand wurden Konzertausschnitte aus vier Jahrzehnten gezeigt, und zwischen Grußworten und Anekdoten sang ein Festchor. Übers Telefon konnten der Dirigent und seine Frau zumindest Teile des Festaktes live mithören. Bei der Ehrung eines "Fast-Gewandhauskapellmeisters" dürfen Vertreter des Orchesters nicht fehlen. So schickten Eberhard Palm, Burkard Schmidt, Ulrich Urban und Karl-Heinz Passin als musikalischen Gruß Bachs Trisonata in g-moll nach Armenien. Er bedauere sehr, so Passin, wegen des Altersunterschieds nie die Chance gehabt zu haben, selbst mit Durjan zu arbeiten.
 Viele der älteren Besucher aber hatten Durjan in seiner Leipziger Zeit in den 60ern erlebt. Sei es aus der bewundernden Distanz des damals 16-jährigen Opernbesuchers Reinhard Fiedler, den eine Tschaikowski-Interpretation von Durjan so rührte, dass er es in seinem Tagebuch vermerkte. Sei es in der alltäglichen Probenarbeit. "Als wir Bruckner einstudierten", erinnern sich die ehemaligen Chor-Altistinnen Carin Kluge und Karin Schultz, "da war er nach jeder Probe vollkommen erschöpft.".
 Musik bis zur Erschöpfung - das war wohl einer der prägendsten Eindrücke, die Durjan hinterließ. In alten Filmaufnahmen sehen die Besucher den Armenier dirigieren, oft mit geschlossenen Augen, vibrierenden Händen. Die schweißnassen, kinnlangen Haare verleihen dem jungen Durjan etwas unberechenbar Wildes. Viele sagten damals über den Künstler, er dirigiere mit einer solchen Suggestivkraft - ganz wie ein zweiter Arthur Nikisch.

Susan Weitershagen

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2007


LVZ-Artikel
·   erstellt von Claudio Brand   ·   www.webexperte.com   ·